Herzlich willkommen auf der Homepage des Mühlen- und Heimatvereins Leer e.V.
Mühlen am Pfingstmontag geöffnet
Am Pfingstmontag findet deutschlandweit der 21. Deutsche Mühlentag statt, veranstaltet von der Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM) e.V.. Dann sind bundesweit über 1.000 Wind- und Wassermühlen für Besichtigungen und Führungen geöffnet und als funktionierendes technisches Denkmal zu erleben. Ziel des Deutschen Mühlentages ist es, zusammen mit dem Denkmalschutz die alte Kulturtechnik des Müllerns wieder in das Bewusstsein der Bevölkerung zurückzubringen und die Mühlen als technisches Denkmal zu begreifen und zu erhalten. Die Veranstaltung wurde 1994 ins Leben gerufen.
Auch der Mühlen- und Heimatverein Leer öffnet dann wieder, wie bei allen (!) vorhergehenden Mühlentagen von 10 bis 17 Uhr die beiden Mühlen am Leerbach, nämlich Schmeddings Doppelmühlen-Anlage und Wennings Wassermühle mit Müller-Kotten, um Einblicke in eine alte Technik zu geben.
Auch in diesem Jahr werden am Mühlentag am Pfingstmontag wieder beide Mühlen am Leerbach klappern, d. h. die Steinmahlgänge laufen, denn nachdem vor drei Jahren Wennings Wassermühle betriebsfertig geworden ist, konnte im April letzten Jahres auch Schmeddings Getreidemühle offiziell in Betrieb genommen werden. Wennings Wassermühle weist dazu noch eine Besonderheit auf, um 1890 wurde nämlich innen eine Fischzucht eingerichtet und außen dazu eine große Teichanlage, die noch heute von einem Anglerverein bewirtschaftet wird. Dazu kann man auch in diesem Jahr im voll eingerichteten Müllerhaus (Kotten, erbaut 1885) sehen, wie noch vor hundert Jahren eine Müllerfamilie gelebt hat. Zudem sind auf dem Dachboden die verschiedensten Gerätschaften zu sehen, die früher in Haus und Hof gebraucht wurden, unter anderem in der Milchwirtschaft und beim Waschen.
In Schmeddings ehemals kombinierter Wind-/Wassermühle gibt es zum einen eine inzwischen recht umfangreiche Sammlung von Geräten zur Herstellung von Mehl aus Korn von einer Original-Hirsestampfe aus Tansania über eine Handdrehmühle aus Weißrussland bis hin zum großen Mahlstein, einem Walzenstuhl und einer Hammermühle, dazu einige Bauernmühlen mit Mahlsteinen und sogar eine über hundert Jahre alte Walzenstuhl-Hofmühle. Und zum anderen sind dort die verschiedensten Antriebsvorrichtungen vom Wasserrad über alten Dieselmotor und Elektromotor bis hin zur Turbine noch vorhanden. Dazu kommen die unterschiedlichsten Messvorrichtungen für Getreide, nämlich etliche Scheffel verschiedener Größe, verschiedene Dezimalwaagen und Balkenwaagen.
Auf dem ehemaligen Getreidelager im Dachraum der ehemaligen Ölmühle sind zudem landwirtschaftliche Kleingeräte ausgestellt, die einst - von Pferden gezogen – auf dem Acker eingesetzt wurden und zum andern Kleingeräte für die Handarbeit im Stall. Wer die ursprüngliche Verwendung nicht mehr kennt, dem geben Mitglieder des Mühlen- und Heimatvereins Leer gerne Auskunft.
Parallel zu den offenen Mühlen gibt es auch in diesem Jahr wieder eine Treckerveteranenschau, allerdings nicht so umfangreich wie die alle zwei Jahre von Ludger Hummert organisierte. Zudem ist für das leibliche Wohl bestens vielfältig gesorgt und läuft für die Kinder kostenlos das Ostendorfer Kinderkarussell.
Jahreshauptversammlung 2014
Ein ausführlicher Bericht des Vorsitzenden Josef Denkler von den vielen Aktivitäten seit der letzten Versammlung mit vielen Bildern, die der stellv. Vorsitzende Anton Janßen als Power-Point-Präsentation zusammengestellt hatte, bildete den Schwerpunkt der diesjährigen Mitgliederversammlung des Mühlen- und Heimatvereins Leer. Dazu konnte Josef Denkler neben den vielen Mitgliedern Bürgermeister Robert Wenking, den stellvertretenden Bürgermeister Ludger Hummert sowie den CDU-Fraktionsvorsitzenden Winfried Mollenhauer begrüßen. Sein besonderer Dank galt den vielen freiwilligen Mühlenhelfern, die vom Frühjahr bis zum Herbst ständig in und an den Mühlen gearbeitet hätten, was der Jahresrückblick eindrucksvoll gezeigt habe.
Anschließend bedankte sich Bürgermeister Robert Wenking ganz herzlich für diese Aktivitäten: "Wir sind stolz auf das, was hier ehrenamtlich geschaffen wurde, um für die nachfolgende Generation ein wichtiges kulturelles Erbe, in dem die Mühlen eine besondere Rolle spielen, zu erhalten." Schritt für Schritt, nicht kurzfristig sondern langfristig geplant habe der Vorstand die Ziele verfolgt und viele ehrenamtliche Mühlenhelfer immer wieder motivieren können, aktiv an der Restaurierung mitzuarbeiten. Und übergeordnete Behörden habe man überzeugt, diese Aktivitäten zu unterstützen.
In seinem Kassenbericht zeigte Ralf Laumann auf, dass die Kassenlage weiterhin sehr gesund sei, vor allem auch deshalb, weil es Anton Janßen gelungen sei, für die Restaurierung der inneren Mühlentechnik an Schmeddings Wassermühle entsprechende Fördermittel einzuwerben. Die Kassenprüfer Christian Löbbering und Martin Zintl bescheinigten korrekte Kassenführung, so dass Kassierer und Gesamtvorstand einstimmig entlastet wurden. Die Kasse für 2014 werden Martin Zintl und Heinz Greive prüfen.
Danach stellte Josef Denkler die schon geplanten weiteren Aktivitäten in diesem Jahr vor: Teilnahme am Deutschen Mühlentag an Pfingstmontag, 09. Juni, sowie Fahrradtouren am 14. Juli, 19. August und 09. September. Besonders wies er auf den erstmals in Leer stattfindenden Tag der offenen Gärten am 22. Juni hin, den der Mühlen- und Heimatverein zusammen mit HorstmarErleben organisieren werden. Und für den Herbst sei eine Fahrt zum Mühleninformationszentrum in Petershagen geplant.
Theo Bockholt berichtete dann noch über seine Archivarbeit, insbesondere über die dort inzwischen vorhandenen vielen Fotos. Abschließend bedankte sich Anton Janßen ganz herzlich bei Josef Denkler für sein großes Engagement als neuer erster Vorsitzender.
Hier geht es zu den Fotos.
Herdfeuerabend bei Berning
Über 50 Heimatfreunde "erlebten" am vergangenen Dienstag einen sehr unterhaltsamen Herdfeuerabend in der großen Diele der Familie Berning in Leer-Haltern. Dabei wurden zum einen Dönkes und Vertelses in plattdeutscher Sprache von Renate Denkler und Hildegard Höseler sowie dem Vorsitzenden des Mühlen- und Heimatvereins Josef Denkler vorgetragen und zum anderen gemeinsam Volkslieder gesungen zur Musik von Bernhard Eden (Gitarre), Josef Wickenbrock (Akkordeon) und Johannes Feldkamp (Akkordeon).
"Platt verstoahn köhnd de meesten, platt küern immer weniger", deshalb werde man den Abend im Wesentlichen auch mit Dönkes und Vertelses up Platt gestalten, verkündete Josef Denkler, der auch durch das Programm führte. Zwischendurch berichtete Norbert Berning einiges über die Geschichte des Hofes, auf dem heute vier Generationen leben, was dadurch möglich geworden sei, dass man die Tenne, die für den Betrieb nicht mehr gebraucht wurde, zu einer weiteren Wohnung umgebaut habe. Der Hof Berning gehöre zu den ältesten Höfen in der Bauerschaft Haltern, nur der Hofname sei immer wieder anders geschrieben worden. Und seine Schwiegertochter Claudia sorgte für ganz andere "Töne" mit einem Text in österreichischer Mundart, stammt sie doch aus dem österreichischen Wels und musste sich erst an das hiesige Platt gewöhnen.
Zum Schluss bedankte sich Josef Denkler ganz herzlich bei allen, die durch ihre Beiträge dafür gesorgt hätten, dass es ein so schöner unterhaltsamer Abend gewesen sei, und mit einem Blumenstrauß und einer "Flasche" bei Martina und Norbert Berning für die Gastfreundschaft. Und Anton Janßen dankte Josef Denkler für die Vorbereitung und Gestaltung des Abends. Doch danach verließen die Heimatfreunde das gastfreundliche Haus noch nicht, immer wieder stimmten die Musiker weitere Lieder an.
Hier geht es zu den Fotos.